Spiritualität im Alltag

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Lebendige spirituelle Routine

Dieser Beitrag erzählt davon wie du den roten Faden wiederfinden und einen spirituellen Weg folgen kannst. Auf eine Art und Weise, die dir entspricht und mit der du im Einklang sein kannst.

Viele moderne Menschen haben keinen gestimmten Glauben oder eine Religion, der sie bedingungslos vertrauen und folgen möchten. Sie fühlen sich entwurzelt und verloren. Daraus entstehen viele Ersatzbefriedigungen und Handlungen, die zwar kurzzeitig hilfreich sind, aber nicht wirklich in der Tiefe nährend und befriedigend.

Die Sehnsucht

Es bleibt eine Sehnsucht, die immer wieder verdrängt wird. Besonders Frauen spüren diese Sehnsucht und einen Ruf, ja ein Bedürfnis, sich tiefer mit sich zu verbinden. Viele versuchen es dann mit Yoga, Mantra singen oder versuchen sich an Meditation. Doch einfach dazusitzen und nichts zu denken fällt vielen schwer. Also geben sie es wieder auf. Außerdem, wie sieht das denn aus? Räucherstäbchen und Esoterikklänge aus dem iPod?

Raschni-raschni würde mein Freund Norbert sagen. Das sagt er zu allem was esoterisch angehaucht ist und etwas säuselig daherkommt. Rashni, Rashni ich mag diesen Ausdruck! Einerseits ist das etwas abfällig gemeint, aber anderseits auch liebevoll und bewundernd. Gleichzeitig schwingt da auch eine Sehnsucht mit auch ein bisschen raschni-raschni zu sein und sich dieser spirituellen Dimension bedingungslos hingeben zu können, ohne, dass der Verstand dazwischenfunken würde. Wenn man einmal selbst erlebt hat, wie es ist mit sich selbst, mit seinem Spirit, der eigenen Seele, dem höchsten Selbst in tiefer Verbindung zu sein, möchte man da immer wieder zurück.

Völlig ernsthaft und bedingungslos spirituell leben. Wie geht das?

Da gibt es zum einen die großen Weltreligionen, die ein Angebot an uns Menschen richten. Einen Weg, einen Pfad bieten, dem sie folgen und dem sie sich hingeben können. Die Schwierigkeit dabei ist, dass diese Religionen alle einen Schatten haben, einen dunklen Flecken, der es schwer macht, sich bedingungslos hinzugeben. Besonders für moderne Frauen sind die großen Religionen problematisch, weil sie meist frauenfeindlich und sogar frauenverachtend sind. Sie stammen nun mal aus dem Patriarchat.

Vielleicht ist das der Grund warum Frauen sich so gerne der Esoterik zuwenden und neuen religiösen Richtungen. Doch auch diese sind oft männerdominiert, oder der Verstand bemerkt schnell die Widersprüche und wendet sich ab.

Dennoch, die Sehnsucht und das Bedürfnis ist nach wie vor da und ruft.

Suche den roten Faden in dir

Religion bedeutet zurück zum Ursprung. Religion ist nicht an eine äußere Form oder äußeren Glaubensbekenntnis gebunden, oder gar an eine Institution. Du kannst alles nutzen was dir hilft, dich mit dir selbst zu verbinden, dich selbst zu spüren. Das kann ein Gottesdienst sein, ein stilles Gebet, ein Yoga-Seminar, eine Meditation, oder ein kurzer Moment der Stille in der Natur. Die Mittel sind unerschöpflich. Die Natur ist wunderbar für Menschen, die sich schwer tun mit raschni-raschni, oder mit religiösen Handlungen und Zeremonien. Aufenthalte in der Natur helfen schnell sich selbst direkt zu spüren und sich zu verbinden.

Spür hin, was passt zu dir, was spricht dich an? Und dann versuch es. Es ist nicht wichtig was du tust, die Mittel sind nicht der Spirit. Sie sind nur Hilfsmittel. Zeremonien und Rituale sind Hilfsmittel, die den Verstand beeindrucken und helfen darüber hinaus zu gehen. Es sind symbolhafte Handlungen und Dinge, die unterstützend sind, sie sind jedoch nicht notwendig.

Dennoch bin ich ein großer Fan von rituellen Handlungen und empfehle sie sehr. Ganz einfach, weil sie helfen. Da ist eine Instanz in uns, die mit solchen äußeren Gesten in Resonanz geht, sodass sich ein Tor öffnet und wir in Kontakt treten können mit unserer spirituellen Dimension, die immer da ist.

Wir vergessen sie oft und beschränken uns auf unseren Verstand und die materielle Wirklichkeit. Das ist jedoch eine sehr begrenzte Welt. Es fehlt das Gefühl von Sinnhaftigkeit, Verbundenheit und Tiefe. So verlieren wir uns leicht in Konsumzwang und suchen andauernde Ablenkung und Berieselung. Doch glücklich macht das nicht. Es bleibt ein fader Geschmack zurück und das Gefühl von Erschöpfung und Leere.

Spirituelle Routine

Vielleicht hast du schon eine spirituelle Praxis, weil du einer bestimmten Glaubensrichtung folgst oder einem spirituellen Pfad. Wunderbar! Mach das weiter.

Wenn du anfängst daran zu zweifeln, ob das das Richtige für dich ist, dann nimm die Elemente heraus, die dir guttun und entwickle deine eigene spirituelle Praxis. Vertraue dir!

Wenn du keiner bestimmten Glaubensrichtung folgst, dann entwickle deine eigene tägliche Routine, die zu dir passt.

Es kommt nicht darauf an was du machst, sondern DASS du etwas machst und das täglich. Mach eine tägliche Übung daraus. Ein tägliches Date mit dir selbst. Wenn du wenig Zeit hast, dann praktiziere nur ein paar Minuten. Wichtig ist, dass du dir wenigstens ein paar Minuten Zeit nimmst und dich mit dir selbst zu verbinden. Wir erinnern uns. Religion ist zum Ursprung zurück zu kehren. Dich jeden Tag erinnern, dass du mehr bist als ein Mensch in einer begrenzten menschlichen Dimension. Das ist alles und eigentlich ganz einfach.

Wenn du viel Zeit hast, dann mach 1 Stunde daraus, 1 Tag oder ein ganzes Wochenende, oder eine Woche. Mach es allein oder mit anderen Menschen. In Form eines Seminares zum Beispiel, oder eines Retreats.

Wichtig ist, dass du im Alltag, täglich etwas tust um dich mit dir selbst rück- zu- verbinden und längere Zeitabschnitte nutzt, um deine Erfahrung zu vertiefen.

Folge deinem inneren roten Faden. Er wird dich führen.

Sei kreativ, sei lebendig, sei wunderbar!

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